#46 Abarbeiten oder Begegnen? Zurück in den Driver Seat
Shownotes
Abarbeiten fühlt sich nach Prozess an. Begegnen fühlt sich nach Wirkung an.
Kann Service wirklich gelingen, wenn wir nur Routinen vollziehen? In dieser Folge sprechen Sabine Hübner und Ann-Kathrin Kerksiek darüber, wie wir vom Autopiloten zurück ins bewusste Handeln kommen – und warum echte Begegnung oft genau dort entsteht, wo wir Routinen kurz unterbrechen, Antworten wirklich aufnehmen und Menschen nicht „durch den Prozess schieben“.
🎙️ Diese Episode ist für alle, die Service nicht nur korrekt erledigen, sondern bewusst gestalten wollen – mit Haltung, Aufmerksamkeit und mehr Freiheit im eigenen Driver Seat.
Darum geht’s in dieser Episode:
- Abarbeiten oder begegnen: Warum Routine zwar Sicherheit gibt, aber echte Servicequalität erst entsteht, wenn Aktion und Reaktion wieder spürbar werden.
- Vollziehen versus Handeln: Weshalb Handeln mehr bedeutet als Aufgaben Schritt für Schritt auszuführen – nämlich Situationen bewusst einzuordnen, Expertise einzubringen und individuell zu gestalten.
- Raus aus dem Autopiloten: Was eine Duty-Free-Kasse am Flughafen darüber verrät, wie schnell Standardfragen zu gedankenlosen Schleifen werden können.
- Kleine Brüche, große Wirkung: Warum schon minimale Veränderungen helfen können, Routinen zu unterbrechen – eine andere Frage, ein bewusster Blickkontakt, ein kurzer Moment mehr Aufmerksamkeit.
- Graustufen nutzen: Weshalb es nicht nur „alles ist vorgeschrieben“ oder „alles ist frei“ gibt – sondern genau dazwischen der Raum entsteht, in dem Service persönlich und wirksam wird.
- Führung gibt Spielraum: Was ein Fußballtrainer, Musik und gute Teams gemeinsam haben – und warum das Ziel klar sein darf, während der Weg dorthin persönliche Handschrift verträgt.
- Der Spiegel für Routinen: Warum Feedback, Beobachtung und Selbstreflexion so wichtig sind, um eingeschliffene Muster überhaupt zu erkennen.
- Wirksamkeit macht zufrieden: Weshalb Arbeit erfüllender wird, wenn wir nicht nur reagieren, sondern spüren, dass wir eine Situation wirklich besser gestalten können.
Ein Satz, der hängen bleibt: „Jede Aufgabe wird spannender und jede Arbeit zufriedenstellender, wenn ich spüre, dass ich etwas verändern und gut gestalten kann.“
🎧 Hör rein, wenn du wissen willst, wie aus Abarbeiten wieder Begegnung wird – und warum der Weg zurück in den Driver Seat oft mit einem einzigen bewussten Moment beginnt.
Transkript anzeigen
00:00:00: viele Menschen mögen, dass sie auch gerne so eine wiederholende Tätigkeit zu haben.
00:00:04: Das ist ja einfach eine Frage was man gern macht und wie man es gern macht.
00:00:08: Dass man allerdings dann gleichzeitig darauf achtet, wie schaffen wir unsere eigenen Durchbrecher?
00:00:15: Also wie durchbrechen wird diese Routine sehr, sehr bewusst in dem wir aufstehen, indem wir die Position wechseln, indem Jeder Begegnung auch immer wieder die Chance geben, eine Begegenung zu sein und nicht ein Vorfall.
00:00:47: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge aus dem Service Cosmos!
00:00:51: Sabine lass uns heute einfach mal direkt ins Thema rein starten und dazu habe ich uns eine Frage mitgebracht und zwar was ist für dich der Unterschied zwischen abarbeiten und begegnen?
00:01:02: Also, abarbeiten heißt zu mich dass ich so Schritt für Schritt etwas vollziehe also etwas mache ohne großartig darüber nachzudenken.
00:01:14: Das hat sehr viel mit Routine zu tun und mit Automatismus und begegnen heißt das sich mich auf ein gegenüber allen lasse Es eben eine Begegnung gibt im Sinne von einen Dialog.
00:01:27: Wir müssen jetzt nicht immer sprechen miteinander, es kann auch ne Begegnung geben über den Blickkontakt.
00:01:31: Auch das kann ja eine Begebung sein aber dass es eine Aktion und Reaktion gibt.
00:01:36: Das ist für mich der Unterschied zwischen Abarbeiten und Begegenen.
00:01:40: Schön!
00:01:41: Und wenn wir jetzt den Faden ich sag mal ein bisschen weiterspinnen und statt abarbeiten und begegnen sagen was ist für dich?
00:01:49: Der Unterschied zwischen Vollziehen und Handeln?
00:01:51: Ach, das ist ein spannendes Thema.
00:01:53: Da hat ja gerade der Soziologe Hartmut Rosa ein schönes Buch darüber geschrieben.
00:01:59: Ich habe auch einen Interview mit ihm gelesen in der süddeutschen Zeitung und ich fand es ganz spannend wie er das definiert und das gebe ich jetzt einfach mal hier so wieder weil ... war für mich so auf der Hand liegend, was er gesagt hat.
00:02:10: Vollziehen ist im Grunde vielleicht das, was du mit abarbeiten gerade als Fragestellung am Beginn in die Runde gebracht hast.
00:02:17: Also etwas vollziehen hat damit zu tun dass ich gar nicht so sehr darüber nachdenke sondern einfach Schritt für Schritt etwas mache und dann ein Ergebnis habe.
00:02:26: Und handeln, da hab' ich jetzt in meinen Worten ausgedrückt, der hat natürlich viel deutlicher besser ausgedruckt in seinem Buch und auch in diesem Interview.
00:02:33: und handeln bedeutet, dass wir sehr bewusst einer Situation einen Kontext geben, Expertise dazu geben weiter denken und mit den Tellerrand hinausdenken.
00:02:45: Und die Situation unserer Individualität zu etwas Besonderem machen.
00:02:51: Er hat das sehr schön festgemacht an vielen Praxisbeispielen, die auch übrigens mit dem Thema Digitalisierung und auch mit KI zu tun haben dass wir eben zunehmend eher vollziehen und weniger handeln aus dem Handeln entspringt.
00:03:05: Aber auch die Haltung, jeder der unseren Podcast schon mehrmals gehört hat.
00:03:08: Weißt das?
00:03:09: Dass ich ja immer sage, Servicehaltung macht sich immer am Handeln festes Handeln und insofern bin ich natürlich eine ganz große Freundin davon.
00:03:18: Das ist uns gelingt nicht nur zu vollziehen oder abzuarbeiten sondern dass Menschen spüren, dass wir handeln und freie Räume fürs Handeln haben.
00:03:28: zu dem Autopiloten ein bisschen Freiraum wieder zwischen den Protesten mitzugeben, oder?
00:03:34: Ja, Autopilot führt ja oft zur Gedankenlosigkeit und ich erinnere mich extrem gut an eine Geschichte.
00:03:39: Wenn man sie hört dann kann man das gar nicht so glauben.
00:03:41: Ich war irgendwann mal in München am Flughafen und bin gelandet und bin nach der Landung in einen Tutifull-Shop gegangen und habe dort irgendwas gekauft – ich weiß nicht mehr was!
00:03:52: Und kommt da in die Kasse, eine besetzte Kasse Und da saß eine Dame und dann sagt sie zu mir, wo fliegen Sie denn hin?
00:04:02: Ich habe zu ihr gesagt ich fliege nicht weiter.
00:04:04: Ich bin gerade
00:04:05: gelandet.".
00:04:07: Dann sagt sie, darf ich Ihre Bording card sehen?
00:04:11: Braucht man ja um die Flugnummer einzugeben?
00:04:13: Die hatte ich schon in der Hand und hab hier dann die gereicht und dann hat sie die Flug Nummer eingegeben im Kassensystem.
00:04:19: Der nächste Satz ist... Ist das ihre Endstation oder fliegen sie weiter?
00:04:24: Und ich hab dann zu ihr gesagt, ich bin gelandet.
00:04:26: Ich bleibe jetzt hier und so ging es... Da gab's noch eine Zwischenfrage die wieder in die gleiche Richtung ging und zum Schluss hatte er dann bezahlt und am Ende hat sich der guten Flug.
00:04:37: Und das war so... Ich kann das natürlich menschlich nachvollziehen!
00:04:41: Denn sie hat unglaublich viele Fluggäste und sie immer wieder die gleichen Fragen.
00:04:45: Und wenn man permanent das Gleiche wiederholt, dann ist es ja weniger handeln als vollziehen.
00:04:48: Es ist eher weniger begegnen mehr abarbeiten... ...und die große Kunst liegt eben in der, dass es unsere Routine gelingt,... ...dass wir demgegenüber nicht das Gefühl geben, wir arbeiten da einen Fluggers nach dem anderen ab,... ...sondern dass wir schon das Gefühl gehen, dass wir uns an dieser Kasse, ich bleibe mal bei diesem Beispiel,... ...das wir uns
00:05:08: begegnern.".
00:05:09: Und eine Antwort nicht gedankenlos übergangen wird, sondern wir eine Antwort aufgreifen um eine nächste logische Frage zu stellen und nicht eine nächste unlogische Frage.
00:05:20: Das hat sich bei mir total eingebrannt.
00:05:22: ich glaube es ging vier oder fünf mal hintereinander.
00:05:24: so sie war einfach in einem Autopiloten dass sie das gar nicht wahrnehmen konnte.
00:05:28: aufnehmen konnte was ich ihr gesagt habe.
00:05:31: Ja vor allen Dingen sagst du dir bestimmt für ihre... Ich sage mal für Ihre Annahme sozusagen im Driver's Seat weil Sie hat für Ihre Fragen wie sie immer stellt und wahrscheinlich bist du vielleicht auch einer der wenigen, der nach dem Flug wenn er ich sag mal zu Hause angekommen ist oder dahin wo ihr eben möchte dann nochmal schnell in den Duty Free geht weil also ich mach das zum Beispiel meistens eher vor dem Flug dass sie gar nicht so richtig darauf eingestellt war.
00:05:56: Und Ihr Autopilot wirklich nur in diese Einrichtung läuft von wegen okay die Person fliegt bestimmt noch weiter und die ist jetzt hier kurz vorm Flug.
00:06:05: Ich muss den Menschen immer einen guten Flug wünschen und statt sonst auch vielleicht alternativ einfach mal zu sagen, ich wünsche ihnen einen guten Tag.
00:06:13: Das wäre ja im Endeffekt gar nicht so eine große Veränderung.
00:06:17: aber man muss sich eben darüber bewusst sein dass man aus diesem Autopilot oder aus diesen Drivers seat vielleicht auch austritt und der Drivers Seat dann in dem Fall zumindestens nicht so zielführend ist wie er eigentlich gedacht wäre wenn man darin sitzt
00:06:32: Ja, natürlich immer meine Aufgabe hat in der sich die Tätigkeiten ständig wiederholen.
00:06:38: Dann ist es eine große Herausforderung dass wir uns selber immer wieder aus dieser Routine herausreißen und sehr bewusst diese Routinen durchbrechen indem wir eben Kleinigkeiten verändern.
00:06:54: Das ist sehr, sehr menschlich dass wir in eine Routine kommen und ich erinnere mich gut.
00:06:58: Ich habe mir für einen Kunden die gleiche Veranstaltung gemacht.
00:07:07: Und jedes Mal habe ich bei dieser Veranstaltung die gleichen Vorträge gehalten weil es war ja wichtig das alle tausende von Menschen die gleichen Inhalte erhielten.
00:07:15: Trotzdem hab' ich... Für mich erst mal wird mir selber langweilig wenn ich dauernd etwas wiederholen muss.
00:07:20: Ich brauche jetzt viel Abwechselung wenn ihr ein Typ das ja viel Abwechslung braucht.
00:07:24: Und ich habe dann sehr bewusst für mich immer wieder meine neue Beispiele, andere Kleinigkeiten eingebaut und mir etwas andersherum erzählt damit ich selber eben in der Begegnung bleibe.
00:07:37: Du hast vorher gesagt was ist da unterschiedlich abarbeiten und begegnen?
00:07:42: Anspruch an mich selber ist ja schon, dass ich den Teilnehmenden in einem Vortrag, in Veranstaltungen... ...dass ich das nicht abarbeite, fortyfünfmal.
00:07:50: Sondern dass jeder merkt, dass es eine Begegnung gibt zwischen dem Auditorium, zwischen dem Publikum, zwischen den Teilnehmern und mir.
00:07:58: Das gelingt allerdings nur wenn man das so oft macht Wenn man sich wirklich kleine Brüche einbaut für sich selber die die Routinen unterbrechen Und somit einen wieder auf die Begegten eingewogen Könnte immer so sagen.
00:08:13: Ja,
00:08:14: ich glaube da bräuchte man auch vielleicht sogar noch einen Schritt vorne weg oder?
00:08:17: Weil es braucht erstmal die Selbstrefektion, die mich überhaupt dazu bringt dass sich merke okay Ich bin hier absolutifahr komplett im Autopiloten wie ein autonomes Auto wo ich einfach sage gut das ist.
00:08:29: mein Ziel bringe mich dahin und der bringt mich eben über die Route die ihr kennt Und ich glaube diesen Schritt vorher braucht es schon, dass sich mir selber überhaupt immer bewusst mache.
00:08:38: Ich habe jetzt forty-fünf Veranstaltungen und ich mache wenn man so will, forty-five Mal das gleiche.
00:08:43: aber es soll ja trotzdem irgendwie diesen feinen Unterschied für mich selbst haben, dass ich mich selber immer ein bisschen Herausforderung in diese Begegnung schubse.
00:08:56: Naja, wir haben immer mit unterschiedlichen Menschen zu tun.
00:08:58: Übrigens genauso wie die Mitarbeiterin an der Kasse.
00:09:00: Wir haben ja jedes Mal neue Menschen voran stehen und bei mir ist es, wenn wir jedes mal ein neues Auditorium vorne stehen.
00:09:06: Und jetzt ist ja der Unterschied dass du ja jedes mal Wenn man sich darauf einlässt, bekommst du ein anderes Feedback.
00:09:12: Damit meine ich jetzt nicht etwas Gutes oder Schlechtes sondern jemand macht Bemerkungen zwischendrin die dir auf der Bühne zufliegen Oder es kommt eine neue Beispiel dazu wenn man nach Beispielen fragt und in die Interaktion geht Und das wird dann zur Begegnung wenn ich sage jetzt aber denet meine Charter ab ja und erzählt da immer wieder meine gleichen Geschichten Sondern wenn ich mich auf das einlasse was die Gruppe mir gibt und immer wieder etwas Neues daraus mache oder etwas Persönlicheres daraus machen, dann entsteht natürlich eine ganz andere Begegnung.
00:09:44: Und auch für mich selber.
00:09:45: also ich selber gehe ja... Ich kann das nur was meiner Erwarte sagen!
00:09:49: Ich selber gehe viel zufriedener glücklicher aus dem Tag hinaus wenn es immer wieder so neue Aspekte gegeben hat im Miteinander und in der Auseinandersetzung, dem Dialog.
00:10:05: Das macht es einfach viel spannender.
00:10:07: Und deswegen ist das so immer mein... ...das Hornen, dass ich immer blaset, dass man sich auf das einlässt was einem jemand entgegenbringt in der Begegnung sonst wäre es ja keine.
00:10:16: Und daraus für sich immer wieder neue Momente schafft, das macht uns dann zufriedener.
00:10:21: Und das ist übrigens auch das was Hartmut Rosa sagt, dass wir aus dem Handeln mehr Arbeitszufriedenheit ziehen als aus dem Vollziehen weil wir ja nicht nur reagieren und das machen, was uns vorgegeben ist sondern weil man eben auch noch etwas Persönliches dazu tun können und überlegen können.
00:10:40: Was ist jetzt genau für diese Situation?
00:10:43: sinnvoll.
00:10:44: Keine Sorge, mir ist schon klar, dass nicht jedes Großunternehmen der jeden Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin komplett frei schalten und walten lassen kann und jeden einfach so auf dem Gefühl heraus die richtige Reaktion oder die ritschrichtige Handeln überlassen kann.
00:10:58: Es gibt ja aber noch Kausstufen.
00:10:59: Also es ist ja nicht nur Schwarz oder Weiß.
00:11:01: So ich darf nichts und ich darf alles?
00:11:03: Es gibt hier einfach Kausstoffen dabei.
00:11:06: Nur eins ist ganz klar Wir ziehen deutlich mehr zufriedenheit und Freude aus unserem Tun im Privat genauso wie ein Berufsleben, wenn wir mehr handeln und weniger vollziehen.
00:11:18: Ja das war auch gerade noch einer meiner Gedanken in der Idee kamen dass ich mir gedacht habe auf der einen Seite macht uns das auf jeden Fall zufriedener.
00:11:26: auch ich finde immer wenn man eine persönliche Note mit reingibt dann gibt man ja auch immer einfach einen Teil von sich mit rein und dann hat es ganze irgendwie ne andere Wertigkeit am Ende des Tages verein.
00:11:36: Auf der anderen Seite glaube diese Graustufen, dass man sich darüber bewusst sein muss das es die gibt und dass man die nutzen darf.
00:11:46: Und da ist es ja auch einfach häufig dass man auch offen dafür ist dass man sagt okay ich muss das a wissen aber ich muss er auch offen für sein.
00:11:57: Ich kann ja zur Arbeit kommen und mir denken gut ich mache jetzt was man mir vorgeschrieben hat und da arbeite ich eben hier meine sechs Fragen ab und das mache ich auch immer gleich.
00:12:06: oder ich bin ihm so offen und beißt es dass ich diese Graustufen habe, dass ich mich da mehr oder weniger frei ausleben kann und eben nicht nur abarbeitet oder vollziehe am Ende des Tages.
00:12:22: Durch aber ganz spannendes Interview, ich bin.
00:12:23: ja das habe ich glaube schon ein paar mal hier im Podcast gesagt.
00:12:26: Ich bin nicht sehr beflissen in Fußball.
00:12:28: Ja?
00:12:29: Ich finde immer wieder dass man aus dem Sport so viel lernen kann und ich schaue das ja durch meine Sabine Augen an weniger durch die Augen des Fußball Profis weil der bin ich nicht.
00:12:38: Und ich hab die Tage ein Interview gelesen oder gehört weiß ich jetzt gar nicht mehr von Vincent Compton in dem aktuellen Bayern Trainer der jetzt sehr sehr viel zitiert wird auch positiv gesprochen wird.
00:12:50: Und er hat so eine spannende Frage bekommen in einem Interview, wie er denn damit umgeht?
00:12:56: Da habt ihr viele Spieler für die gleiche Position also viel Auswahl.
00:13:01: Wer spielt dem jetzt mit im Match und wer sitzt auf der Ersatzbank oder nicht mal auf der Esatzbank?
00:13:06: Also da sind sie ja ganz gut ausgestattet.
00:13:08: Zumindest habe ich das so mitgenommen aus diesem Interview.
00:13:12: dann wurde er so sinngemäß gefragt, wie denn damit umgeht?
00:13:15: Dass sie aber doch die Spieler sehr unterschiedlich sind als diejenigen, die auf der gleichen Position spielen.
00:13:20: Also die Auswahl, die er hat und jetzt hätte man ja sagen können naja ich möchte dass die da schon meine Vorgaben oder meine Idee oder meinen Wunsch oder mein Bild sehr getreue umsetzen und er hat gesagt er findet das richtig gut Er will das gar nicht, dass die sein Bild so eins zu eins umsetzen.
00:13:40: Sein Wunsch ist es, dass da jeder seinen Dreh mit reinbringt weil das erstens mal dann schwieriger wird für den Gegner die Situation einzuschätzen, weil man ja nie ganz genau weiß wer steht da jetzt und wie geht derjenige vor?
00:13:51: Und zweitens hat er gesagt, es ist so singemiss, also nicht singemiß sondern ziemlich wortgetreu.
00:13:56: Es geht um einen, sie sollen Tore schießen und wieder sind wir und das war so süß hat er dann so gesagt und wieder ist mir wurscht!
00:14:03: Das finde ich auch sehr schön auf dem Punkt gebracht.
00:14:05: Ich kann da jemanden, wenn ihr jetzt mehrere Spieler habt für eine Position, könnte ich vielleicht dahin gehen und versuchen das gleiche zu machen?
00:14:13: Dann wird es ja eher so ein Vollziehen.
00:14:16: Oder ich kann sagen nee!
00:14:18: Ich möchte dass die jeder für sich, dass sie handeln, dass die weiter denken, dass Sie ihr Ding einbringen.
00:14:23: Denn ich glaube daran, dass das was Besseres in der Summe herausbringt.
00:14:27: Und das fand auch ein sehr schönes Beispiel wie unterschiedlich man umgehen kann mit Abarbeiten versus oder Vollziehen versus Handeln.
00:14:35: Ja, absolut.
00:14:36: Ich habe auch gerade an so einen Kollegen Emi gedacht der musikalisch sehr versiert und begabt ist und ich finde in der Musik ist das sehr ähnlich weil im Endeffekt spielen wir Noten die es vielleicht auch schon seit hunderten von Jahren gibt und trotzdem klingt das vielleicht Am Ende ähnlich, aber jeder gibt trotzdem seine eigene Note rein und ich finde das ist auch gerade bei Musik ähnlich wie beim Sport einfach das Besondere.
00:14:59: Dass man da wirklich diese Freiheiten hat und nicht sagt okay das sind jetzt meine Noten und die spiele ich durch runter.
00:15:06: Das macht man vielleicht am Anfang als Kind wenn man noch nicht weiß wie.
00:15:11: Aber ich finde je älter man wird und je mehr man da rein wächst desto mehr kennt man seine Freiheit und desto merkt man vielleicht auch seinen eigenen Stil.
00:15:20: Und ich finde gerade beim Fußball, wo man ja sagt okay wir haben da unsere Spielregeln und es ist ja auch einfach viel vorgegeben ohne dass sich jetzt von mir behaupten kann das ich auch eine gute Fußballkenderin werde.
00:15:33: Aber da auch einfach ich sage mal diese Sicherheit ins Team zu gehen und sagen wisst ihr was mein einziges Ziel ist?
00:15:38: Dass ihr Tore schießt und wie ihr das macht, das mir wurscht, was am Ende des Ziele liegt Ich denke mal jedem Spieler auf der Hand und wahrscheinlich auch jedem Zuschauer.
00:15:47: Aber ich finde, das macht einfach immer einen großen Unterschied wenn man es wirklich einmal ausspricht und dann auch gehört hat weil dann hat man diese Sicherheit im Rücken zu sagen okay ich kannte zwar vorher vielleicht schon die Graustufen aber jetzt bin ich mir sicher dass ich sie nutzen kann.
00:16:01: Hauptsache schießt halt am Ende ein Tor.
00:16:03: Ganz genau, das ist auch eine Frage der Führung und der Kommunikation.
00:16:07: Ich versuche nur mein Beispiel zu ergänzen, ich war letzte Woche in einem Art Coaching und habe mit einem Team einen Tag gestaltet zugeschaut, was sie machen und habe dann Impulse gegeben und Feedback gegeben aber mehr Impulse gegeben.
00:16:25: Und da ist es auch sehr schön zu beobachten gewesen.
00:16:28: wenn man natürlich permanent wiederholt dann entstehen Routinen von denen jeder weiß dass das nicht gut ist ja und trotzdem entstehen Sie.
00:16:35: deswegen ist so ein Spiegel ganz wichtig weil ich möchte einen im Podcast auch noch mal herausheben wie wichtig es ist dass wir ja Möglichkeiten suchen uns diese Routine bewusstzumachen oder diese Routinnen zu durchbrechen.
00:16:48: Es passiert ja, indem man sagt jemand hält eine Erspiegel vor und man kann sich selbst beobachten.
00:16:54: Und stellt dann möglicherweise fest, hui!
00:16:58: Da hat sich ja eine Routine eingeschlichen, von der ich selber ganz genau weiß.
00:17:03: Dass das keine positive Auswirkung hat auf den Gast oder auf den Kunden und dass ich damit nicht signalisiere – Ich bin gerne für dich da – wenn man in der Theorie weiss, man ist ja alles!
00:17:13: Aber die entscheidende Frage ist wie setze ich es um?
00:17:17: Und das macht niemand absichtlich schlecht sondern es kommen eben die Routinen, die zuschlagen mit der Zeit und dann den Spiegel vor Augen zu halten.
00:17:24: Das sind ganz einfache Dinge, dass man sagt okay jemand gibt einen Kundenkarte oder wir haben das einmal auch mal in der Apothekenwelt gehabt, eine Versichertenkarte und ich nehme die Karte.
00:17:34: anstatt dem Kunden gegenüber die Karten wieder in die Hand zu geben.
00:17:39: Und nochmal kurz jemanden mit den Augen zu schauen schiebe ich sie nur irgendwie hin und schreibt dann gleich weiter im Bildschirm und bearbeitet es.
00:17:46: Das sind die Finessen!
00:17:49: Dieser Unterschied zwischen Vollziehen, Handeln abarbeiten und begegnen.
00:17:54: Das sind wirklich die Finessen, die eine Begegnung dort besonders machen und auch den Menschen in dieser Rolle dann eine besondere Bedeutung geben.
00:18:04: Und deswegen ist es extrem wichtig ... Mechanismen haben, in denen wir uns immer wieder beobachten können, selber reflektieren können und selber anschauen können.
00:18:14: Uns dem auch stellen ist nicht immer erfreulich also machen wir es nicht vor.
00:18:17: Wir haben auch Routinen die wir uns gegenseitig oft vor Augen führen oder immer wieder vor Augen fühlen finde ich sehr sehr wertvoll.
00:18:24: Und gleichzeitig sich zu überlegen wenn man Aufgaben hat die sehr von der Wiederholung leben Und es gibt sie an vielen Stellen.
00:18:33: Dass sich Aufgaben sehr wiederholen, das hat ja den großen Vorteil, dass man sagt okay, wenn man drin ist dann kann man das gut lösen und viele Menschen mögen das auch gerne so eine Wiederholende Tätigkeit zu haben.
00:18:46: Das ist einfach eine Frage was man gern macht und wie man's gern macht.
00:18:50: Dass man allerdings gleichzeitig darauf achtet wie schaffen wir unsere eigenen Durchbrecher?
00:18:57: Also wie durchbrechen wir diese Routine?
00:19:00: sehr, sehr bewusst.
00:19:01: Indem wir aufstehen, indem wir die Position wechseln und indem wir mal eine andere Frage stellen, in dem wir sehr sehr bewusst Routinen unterbrechen und somit jeder Begegnung auch immer wieder die Chance geben eine Begegenung zu sein und nicht ein Vorfall.
00:19:17: Ja ich erinnere mich da auch ganz gerne.
00:19:19: Ich sage immer man ich glaube es war mein erster Tag hier.
00:19:23: Da haben wir auch einen Kommunikationsworkshop gemacht und da hat sich sehr schnell herausgestellt, dass eines meiner Lieblingswörter quasi ist.
00:19:32: Dann bin ich direkt rein gestartet und habe gesagt, okay, das geht wirklich nicht.
00:19:36: Weil während des Tages ... Ich sag mir, wir haben acht Uhr dreizig angefangen um neun Uhr, kamen das auf Und ab neun uhr eins hab ich gesagt, nee, es geht nicht.
00:19:44: Und dann hab' ich den ganzen Tag immer und immer wieder von mir gehört Egal was ich gesagt hab alles war Quasi.
00:19:49: mache ich das so Quasi koche die Nudeln nur neun Minuten.
00:19:52: Quasi habe ich mal heute Morgen die Schuhe angezogen Wo's das Wort auch einfach nicht braucht.
00:19:58: Da einfach das, es sind ja manchmal wirklich die einfachen Dinge.
00:20:01: Ob du jetzt wie gesagt hast ob ich jetzt aufstehe und einmal im Blog laufe?
00:20:03: Ob ich meinen Laptop rechts vom Bildschirm hinstelle statt links vom Bildchirm oder wenn ich einfach das Wort quasi auf ein Zettel geschrieben habe.
00:20:11: Einmal ein großes X drüber geschrieben habe und gesagt hab nein des x'n wir auch auf dem Papier schon weg und das sagen wir jetzt nicht mehr.
00:20:19: Und ich kann stolz von mir behaupten, es funktioniert.
00:20:22: Ich sage zwar quasi noch aber nur wenn's wirklich nötig ist.
00:20:27: Genau, der hat auf jeden Fall eine sehr gute Möglichkeit und in der Interaktion mit Menschen, dass ich sehr bewusst sage, ich möchte eine Situation verstehen.
00:20:37: Jetzt kommen wir mal darauf zurück auf den Duty-Free Shop und an die Kassel, da sich sagen ständig nur die Standardfrage, die ich stellen muss.
00:20:44: Ich will die Antwort verstehen und ich will sie auch bewusst verarbeiten.
00:20:48: Das ist ja auch eine Frage, das immer wieder bei der Haltung.
00:20:52: Ich will diese Situation verstehen oder diese Standardfrage wie geht es dir?
00:20:56: Ich will wirklich hören bis jemanden geht und wenn ich das nicht möchte dann stelle ich sie vielleicht einfach gar nicht, weil dann ist es ja auch ne Floskel wie das was du gerade gesagt hast wie quasi Wenn ihr da gar nicht zuhört Dann ist es auch eine Floske Und ich möchte die richtige Kommunikation für dieses Situation finden, der auch viel mit Empathie zu tun Und dann wird es nämlich eine echte Begegnung und dann wird's auch viel spannender.
00:21:21: Auch so im Tag ist ja viel erfüllender, wenn ich nicht nur abarbeite sondern spüre dass sich wirklich wirksam sein kann.
00:21:30: Ich würde sagen das ist ein grandioses Schlusswort für unsere Folge heute und diese Offenheit und Motivation dazu Grausstufen zu nutzen und aus unseren Prozessen und unseren Autopiloten auszubrechen, nutzen wir gemeinschaftlich mal im Mai.
00:21:53: Damit ich sagen, wir sehen uns oder hören uns beim nächsten Mal im Service Kosmos!
00:21:58: Tschüss und bis bald!
00:21:59: Bis
00:21:59: dann, tschüß.
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