#47 Bias im Service - Wahrnehmung oder Wirklichkeit?

Shownotes

Bias im Service entscheidet oft früher, als wir denken - nämlich in der Wahrnehmung.

Wie neutral begegnen wir Kundinnen und Kunden wirklich? In dieser Folge sprechen Sabine Hübner und Ann-Kathrin Kerksiek über Bias im Service - und darüber, warum unsere Wahrnehmung selten so objektiv ist, wie sie sich anfühlt.

Es geht um Voreingenommenheit, unbewusste Muster und die Frage, wann aus schnellen Einschätzungen im Kundenkontakt echte Serviceprobleme entstehen. Spoiler: Bias ist nicht nur ein persönliches Thema. Er prägt Prozesse, Kommunikation und die Qualität von Entscheidungen.

🎙️ Diese Episode ist für alle, die Service professioneller, fairer und bewusster gestalten wollen - im direkten Kundenkontakt, in Teams und überall dort, wo Menschen über Menschen urteilen.

Darum geht’s in dieser Episode:

  • Bias verstehen: Warum Wahrnehmung immer gefiltert ist - und wie aus unbewussten Verzerrungen Vorannahmen, Erwartungen und manchmal Vorurteile entstehen
  • Wahrnehmung oder Wirklichkeit: Weshalb sich das eigene Urteil oft plausibel anfühlt, obwohl es nur ein Ausschnitt der Realität ist
  • Service unter Einfluss: Wie Biases beeinflussen können, wem wir schneller glauben, wen wir ernster nehmen und welche Kundinnen oder Kunden mehr Aufmerksamkeit bekommen
  • Schnelle Einschätzungen hinterfragen: Warum Routinen im Service hilfreich sein können - aber gefährlich werden, wenn sie Menschen vorschnell in Schubladen stecken
  • Bewusstsein statt Schuldzuweisung: Weshalb es nicht darum geht, perfekt vorurteilsfrei zu sein, sondern die eigenen Muster wahrzunehmen und professionell damit umzugehen
  • Fairness als Servicequalität: Warum ein reflektierter Umgang mit Biases Vertrauen schafft, Beschwerden reduziert und Kundenerlebnisse verlässlicher macht
  • Vom Impuls zur Haltung: Wie Teams über Sprache, Feedback, Perspektivwechsel und klare Standards lernen können, bewusster und gerechter zu handeln

Ein Satz, der hängen bleibt: „Guter Service beginnt dort, wo wir nicht nur den Kunden sehen - sondern auch die Brille, durch die wir ihn betrachten.“

🎧 Hör rein, wenn du wissen willst, warum Bias im Service kein Randthema ist, sondern ein entscheidender Faktor für Vertrauen, Fairness und echte Service Excellence.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir schließen ja dann oft von dieser kurzen Wahrnehmung in diesem Moment auf eine viel größere Situation.

00:00:08: Also wenn ich jetzt sage, es kommt jemand bei der Tür rein, der strahlt und füllt den Raum... ...und die Schließe daraus, dass das dann auch ein superintelligenter Mensch ist,... ...dann ist das ja ne Momentaufnahme aus der ich etwas schließe.

00:00:32: Herzlich willkommen bei einer neuen Folge aus dem Service Cosmos.

00:00:36: Sabine, ich würde sagen wir starten einfach mal direkt in unser Thema rein und das ist ein Thema dass uns jeden Tag und vor allen Dingen auch alle jeden Tag beeinflusst.

00:00:45: aber häufig merken wir es nicht einmal.

00:00:47: und wie nennt es die Biasis?

00:00:49: Kannst du uns dann mal abholen was bedeutet Biasus eigentlich?

00:00:54: Ja Biases oder Bias bedeutet dass wir eine Voreingenommenheit haben und die Voreingenommenheit in Situationen verzerrt unsere Wahrnehmung, unsere Einschätzung und auch unser Urteil am Ende des Tages.

00:01:10: Und es gibt laut Wissenschaft über zweihundert Biosys also nicht nur so die einfachen diese auf der Hand liegen sondern eine ganze Menge.

00:01:21: und natürlich ist uns gar nicht bewusst dass uns diese Fakten beeinflussen.

00:01:26: und deswegen ist das ein unglaublich spannendes Thema in der Zusammenarbeit, in der Kommunikation.

00:01:33: Und natürlich dadurch auch im Bereich Service weil es diese Biosys zwischen Kolleginnen und Kollegen genauso gibt wie zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Kunden.

00:01:44: Das wirklich zu überzahlen ist tatsächlich eine echt große Nummer sag ich mal.

00:01:49: also da haben wir ja gibt es ja viele, viele Unterschiede anscheinend oder viele Möglichkeiten überhaupt das man in so eine Verzerrung tappen kann.

00:02:00: Hast du das schon mal erlebt?

00:02:03: Oder würdest du sagen, also natürlich haben wir vorhin gesagt, ne, dass ist alles irgendwie was Unterbewusstes vielleicht.

00:02:09: aber manchmal fehlt sich auch gerade daran, dass diese Verzerringer oder die Verzette Wahrnehmungen dieser Bayes einem überhaupt mal bewusst wird, weil wenn ich ihn nicht kenne dann kann ich das ja auch gar nicht als solches einstufen sondern gehe vielleicht mit einer Fehleinschätzung im schlechtesten Fall irgendwie in der Situation oder?

00:02:26: Ja, auf jeden Fall in diesem Dienstleistungsbereich ganz besonders wichtig.

00:02:29: Also ich habe ein Erlebnis gehabt im Vortrag, das ist schon eine Weile her.

00:02:33: Da sprach ich über den ersten Eindruck und ich zeigte auch ein Bild.

00:02:37: Das gab früher von Sicks zu einer sehr coole Werbung.

00:02:40: da war ein ziemlich ungeplägter Mann auf dem Bild und der hielt dann so einen Schild in der Hand.

00:02:46: Da stand dann eine Name drauf und es war sozusagen ein Abholer am Flughafen die er vom Fluggas gewartet hat und Sicks hatte denn drunter geschrieben lieber selber fahren abzielen darauf, wenn man jemanden sieht der so aussieht.

00:02:58: Das war natürlich wie immer bei den Werbungen ziemlich überzeichnet dass man sagt oh Gott!

00:03:04: Wenn er so aussieht der kann garantiert nicht Autofahren oder der bringt mich nicht gut nach Hause.

00:03:09: und ich hielt einen Vortrag weiß das noch wie heute?

00:03:11: es waren lauter Fenster bauerunternehmen Und ich sprach dann, mein Vater zeigte das Bild und dann zeigten in der ersten Reihe ein Herr auf der Inhaber so eines Fensterbau-Unternehmens.

00:03:21: Und er sagte zu mir Frau Hübner Ich habe einen Mitarbeiter, der schaut grob so aus wie ihr Kandidat hier.

00:03:27: Der ist bei uns Techniker.

00:03:29: Das ist halt so ein Typ, der is halt so wie er ist.

00:03:31: Dann kann man nicht irgendwie ändern.

00:03:32: Und wissen Sie was ich mache?

00:03:34: Immer wenn ich den zum Kunden schicke Dann rufe ich vorher unsere Kunden an und sage, liebe Kunden wir haben ja die Fenster geliefert.

00:03:42: Heute kommt unser Techniker der wird die Fenstern bei ihnen einbauen und ich möchte sie denn jetzt schon sagen Ich schick Ihnen meinen besten Mann.

00:03:51: Und dann hat er immer so gesagt zu singemess Sie werden es nur nicht gleich sehen.

00:03:56: und dann hat dazu mir gesagt Und wissen Sie, immer wenn ich vergessen habe den Kunden anzurufen oder immer, wenn ich in meinem Urlaub war und der Mitarbeiter ist zu Kunden gegangen ohne dass die unter Anführungszeichen vorgewandt waren?

00:04:09: Ist hinterher immer das Gleiche passiert.

00:04:12: Die Kunden haben reklamiert.

00:04:14: Und da sieht man sehr schön was passiert ist.

00:04:16: Die haben den Mitarbeiter gesehen und dann haben sie sich gedacht oh Gott so wie der aussieht kann er diese Arbeit nicht gut machen.

00:04:24: und machen wir uns nichts vor, wenn wir bei einer handwerklichen Arbeit Fehler finden wollen.

00:04:28: Also wenn man bei zig Fenstern die eingebaut werden irgendwo in einem Haus oder eine Wohnung, wenn mal da irgendwie Kratzer finden wollen oder irgendetwas was nicht zu hundertprozentig ist, dann werden wir immer Fehler finden.

00:04:39: Und deshalb dieses Beispiel so unglaublich schön zum Ausdruck gebracht, was das auch im unternehmerischen Kontext bedeutet und am Ende des Tages natürlich für den Erfolg eines Menschen, wenn man es mal auf die Personen runter Zoomt ja, aber unternehmerisch betrachtet natürlich auch für den Erfolg eines Unternehmens.

00:04:56: Ja absolut!

00:04:57: Ich glaube dass dieser Effekt oder dieses Bias heißt glaub ich tatsächlich Negativity-Bias.

00:05:02: also es passt sehr gut.

00:05:04: wir sehen vielleicht etwas womit wir etwas negatives verbinden ob das jetzt ein Mensch ist der vielleicht nicht aus unserem Anspruch heraus so gekleidet ist oder so optisch einer, ich nenn's mal Norm entspricht.

00:05:17: Und dann sehen wir auch immer nur noch die negativen Dinge, also alles was du gerade gesagt hast.

00:05:21: Dann sehen wir da Katze am Fenster und dann schauen wir vielleicht doch dreimal mehr ob der das Ding jetzt genau auch da einsetzt wo wir das haben wollen obwohl wir ja eigentlich wenn wir mal ganz ehrlich sind von dem Fensterbauer überhaupt gar keine Ahnung haben weil wir sind einfach froh wenn wir den Fenster aufhaben das schließen und öffnen können und an frische Luft kommen oder uns eben vor der Kälte zum Beispiel schützen können.

00:05:43: Entschuldige, du hast es ja schon gesagt.

00:05:46: Das ist die Negativität.

00:05:50: Ganz konkret diese Bias heißt der Horn-Effekt.

00:05:53: Es gibt den Halo und kennen wahrscheinlich viele den Halo Effekt.

00:05:57: Das Gegenteil dazu, dass ich an eine positive Eigenschaften an jemandem erkenne oder die so strahlt, dass wir Menschen unterstellen, auf andere Bereiche auswirken.

00:06:12: Also wenn jemand, jetzt bleibe ich nochmal kurz beim Aussehen auch wenn es gerade beloberflächlich ist, wenn jemand Strahlen das aussehen hat und da stellen wir diesen Menschen dann häufig auch dass sie intelligent sind aber das ist natürlich komplett an den Hahn herbei gezogen.

00:06:25: oder in der Schule Wenn Schüler eine schlechte Schrift haben ja Dann wird es oft wird ihnen unbewusst oft unterstellt dass weniger intelligent werden oder ihre Aufgaben nicht gut machen würden Und das eine hat mit dem anderen natürlich nichts zu tun

00:06:40: Absolut.

00:06:41: Was gibt es so für typische Denkfehler, nenne ich jetzt mal oder Verzerrung die wir vielleicht innerhalb von Teams haben?

00:06:48: Oder auch eben die Führungskräfte gegenüber ihren Mitarbeitenden auch einfach entwickeln durch eine bestimmte Situation?

00:06:56: Oder meinst du das ist wirklich dann situationsabhängig?

00:06:59: Naja... Wir haben ja häufig im Alltag Moment Aufnahmen.

00:07:03: Wenn ich hier reinkomme bei der Tür jeden Morgen durchs Büro gehe oder dann haben wir ja immer Momentaufnahmen, die habt ihr genauso wie ich.

00:07:15: Und wir schließen ja oft von dieser kurzen Wahrnehmung in diesem Moment auf eine viel größere Situation.

00:07:24: Also wenn ich jetzt sage es kommt jemand bei der Tür rein, der strahlt und füllt den Raum und ich schließe daraus dass das auch ein superintelligenter Mensch ist, dann ist das ja ne Momentaufnahme aus der ich etwas schliese.

00:07:37: Und das haben wir natürlich überall, jeden Tag.

00:07:40: Weil wir haben immer Momentaufnahmen!

00:07:42: Also wenn ich bei mir zu Hause auf dem Spielplatz runter schaue und ich sehe Eltern die mit ihrem Handy in der Hand da stehen und die Kinder spielen alleine dann kommt vielleicht die Negativität beides ja dass ich sage ah heutzutage ist es ja so dass die jungen Eltern beschäftigen sich nicht mehr mit ihren Kindern.

00:08:01: das ist natürlich ein Quatsch weil es ist eine Momenteufnahme die ich hier gerade wahrnehme in diesem speziellen Fall ganz, ganz anders sein.

00:08:10: Und das ist aus meiner Sicht etwas sehr wichtiges – dass wir uns bewusst machen, dass ja unsere Wahrnehmung immer eine Momentaufnahme ist erstmal und dass wir versuchen auch diese Momentaufnahmen zu hinterfragen und ich möchte mal sagen so ein bisschen zu neutralisieren und nicht unser gesamtes Urteil auf diese Moment-Aufnahme stützen.

00:08:32: Und deshalb manchmal auch übrigens in Unternehmen, wenn Kunden sich beschweren und sie schreiben vielleicht direkt an den Geschäftsführer oder den Vorstand ja dann ist es doch häufig so dass auch Führungskräfte aufgrund der Momentaufnahme auf die Gesamtleistungen schließen.

00:08:47: Das ist natürlich auch nicht zwingend richtig.

00:08:51: das muss man ganz deutlich sagen.

00:08:54: Ich hab gerade dran gedacht, es gibt eine Situation von unserer Kollegin Miriam.

00:08:58: Das finde ich ganz schön und auch sehr passend.

00:09:00: Wir haben irgendwann mal die Situation, dass auch ne E-Mail reinkam ... Und ich habe da drüber gelesen, hat mir gedacht, weiß ihr jetzt aber nicht was der von mir möchtet?

00:09:08: Hab mich so ein bisschen persönlich angegriffen gefühlt!

00:09:12: Der Inhalt ist an dieser Stelle nicht so relevant.

00:09:15: Da hat sie mich angedreht.

00:09:17: Vielleicht liest du die Mail einfach noch ein zweites Mal ohne jegliche Emotionalität und irgendwie vor anderem Wahrnehmungen.

00:09:26: Du nimmst alles daraus, und du ziehst dir nur auf einer ganz neutralen Ebene die Inhalte, die für dich wichtig sind und was dein Gegenüber von dir möchtet.

00:09:35: Und das alleine hilft ja einfach schon enorm!

00:09:37: Und seitdem lese ich jede Mail zweimal einmal in dem Moment wo ich sie aufmache, wo ich mir denke, ja gut habe ich eine neue Mail bekommen, schaue ich mal rein Und in dem Moment, wo ich innerlich merke – nee weiß jetzt nicht erst – finde ich aber ein bisschen komisch.

00:09:53: Vielleicht ein bisschen anmaßen vielleicht komisch reagiert dann habe ich immer mehr im Stimme im Hinterkopf oder im Inneren Ohr sozusagen die zu mir sagt Ankatrin liest noch ein zweites Mal ohne jegliche Emotionalität und das ist ja einfach auch schon dass sich da schon mit einer verzerrten Wahrnehmung reingehe weil ich vielleicht vorher schon eine Situation hatte die mich eher in die Richtung stimmt obwohl die Person, die mir die Mail geschrieben hat das gar nicht so meint.

00:10:20: Ja und manchmal macht es auch Sinn dass man jemand ganz anderen draufsteuern lässt.

00:10:24: also ich mach das häufig dass ich dann sage egal ob das zu meinem Mann ist oder auch zu euch ja kannst du jetzt mal lesen wie Listen tut es?

00:10:31: Und wenn man dann diese zwei Wahrnehmungen nebeneinander stellt dann ist es wirklich oft das blanke Gegenteil und deswegen ist es sehr wichtig weil natürlich jeder seine eigene Voreingenommenheit hat Denn wir schließen natürlich auch aus unseren Erfahrungen auf bestimmte Dinge.

00:10:50: Und das ist natürlich sehr gefährlich, weil wir werden ja dann auf bestimmten Denkfaden gebracht und dann auch zu Entscheidungen gebracht oder wir führen selber zu Entscheidenden die oft ganz falsch sind oder zu erteilen.

00:11:04: Das ist ja auch in der Führungsarbeit eine große Herausforderung, denn man verbindet ja als Lehrer... Wir sitzen ja nicht den ganzen Tag auf dem Show, also wir haben bestimmte Momenteaufnahmen.

00:11:17: Und dort sich immer wieder selbst zu neutralisieren und... Also nicht dich zu neutralizieren sondern seinen Blick neutral zu halten und damit einem frischen Blick und mit einer idealerweise sich bewusstzumachen was einen da gerade beeinflusst.

00:11:32: Also was man überhaupt gerade wahrnimmt wie man diese Wahrnehmung interpretiert welche Impulse man selber hat in dieser Situation?

00:11:39: Und dann zur Versuchung diese Impulse Und diese Impulsivität zurückzustellen.

00:11:43: Impulsibität ist das sowieso ein großer Stolperstein in der Wahrnehmung, weil sie uns den Blick verstellt und oft gar keine anderen Möglichkeiten mehr zulässt.

00:11:55: Das ist ja oft viel zu einfach gedacht.

00:12:00: So einfach ist es eben nicht.

00:12:02: Ja ich finde Impulsibilität auch gerne mal so dieser Waden beißt haben.

00:12:06: Man hat sich einmal dazu verleiten lassen dann hängt das an einem möchte, fällt es einem sehr schwer daraus zu kommen.

00:12:14: Weil man einfach dann so geladen ist und wirklich so impulsiv das erst mal alles raus muss.

00:12:20: Auch jeden Fall wenn wir jetzt einmal noch bei der Führungsebene bleiben sprechen wir ja viel auch über Feedback-Kulturen, Fehlerkulturen oder Fehlverhalten Und du warst in einem ganz spannenden Urlaub die letzten Wochen und bist da mit etwas zurückgekommen wo wir sagen hat einen bestimmten Namen, den wir glaube ich auch hier sagen können oder?

00:12:47: Schaue ich gerade mit ganz großen Augen.

00:12:48: Was meinst du denn?

00:12:49: Die gewaltfreie

00:12:50: Kommunikation!

00:12:51: Also die Gewaltfreien Kommunik-...

00:12:53: ...die Gewalt freie Kommuni-kommunikation.

00:12:55: Irgendwie eine Kommunikion der wir uns glaube ich alle sehr bewusst sind aber die ja grade in der Feedback und Fehlerkultur vielleicht auch ne große Rolle spielt und auch in Verbindungen mit bei ist.

00:13:07: Du bist da wiedergekommen, hast gesagt ich habe da was für uns mitgenommen.

00:13:11: es ist jetzt an den einen oder anderen Stellen vielleicht ein bisschen überspitzt und man kann das auch noch gut runterzoomen.

00:13:19: aber ich denke es ist schon auch was hilfreiches für eine für die Feedback- und Fehlerkultur gerade in Verbindung mit der Führungsebene und eben wenn ich mir über meine eigenen Beise bewusst bin oder?

00:13:31: Ja, auf jeden Fall.

00:13:32: Gewaltfreie Kommunikation ist ja ein feststehender Begriff auch in der Kommunikierung und da gibt es ganz klare Thesen und auch Steps dazu.

00:13:42: Das war, also ich kenne das Konzept schon viel länger.

00:13:45: Ich habe dort so zufällig einen Vortrag gehört dazu und deshalb hat man das irgendwie wieder ins Gedächtnis zurückgerufen was aber ganz interessant ist weil wir ja über die Bayeris gesprochen haben.

00:13:53: Man nennt es ja auch den Framing-Effekt.

00:13:55: Das bedeutet in der Kommunikation nehmen wir eine Aussage je nachdem wie sie formuliert ist eben unterschiedlich.

00:14:01: wahr und das ist ja das was wir ja auch sehr oft in unseren Programmen machen dass wir Menschen kommunikation aus unserem Teil nehmenden Kommunikations viel bewusster machen Gedanken machen, wie können wir denn eine Botschaft so oder so transportieren?

00:14:17: Und was man ja erreichen wollen ist, dass mal eine bestimmte Botschaft die wir haben.

00:14:21: Oder einen Wunsch oder ein Anliegen oder eine Aufforderung, das wird es so formulieren, dass es beim Gegenüber im Idealfall ja gut ankommt, im Sinne dessen, dass man sagt Wir erreichen, wir überzeugen und erreichen des Ziels, dass ein Mensch gerne mitgeht.

00:14:39: Das nennt man den Framing-Effekt.

00:14:40: Das bedeutet, dass die Art der Formulierung einen hohen Einfluss darauf hat wie eine Botschaft wahrgenommen wird.

00:14:48: und das brauchen wir auf der einen Seite natürlich in der Führungsarbeit denn am Ende des Tages braucht jede Führungskraft, jede einzelne Kollegin jeden einzelnen Kollegen und je besser es ihnen gelingt die Menschen als Führungskraft in seinem Team mitzunehmen.

00:15:04: Und so besser erreicht man natürlich seine Ziele.

00:15:06: das ist auf der Hand liegend und gleichzeitig brauchen wir das natürlich auch um in der Kundenkommunikation denn auch da gibt's ja manchmal mehr oder weniger erfreuliche Situationen, die wir oder Botschaften die wir kommunizieren wollen und am Ende sparen wir immer Ressourcen auch Energie, aber auch Zeit.

00:15:27: Wenn wir in der Lage sind eine Botschaft eben so zu frame'n dass wir möglichst gut und zügig an unser Ziel kommen schlichtweg untergreifen.

00:15:36: das ist etwas sehr egoistisches also gar nicht irgendwie ein Tobi-Boro sondern etwas sehr Egoistisches.

00:15:43: Und ich muss zu lachen weil ich habe diesen Vortrag gehört der auch gut gemacht war und alles ja.

00:15:48: und Ich neige eher dazu eher sehr direkt zu sein.

00:15:52: Und da habe ich mir gedacht, jetzt versuche ich mich mal und als erstes habe ich das ausprobiert bei meinem Mann.

00:15:57: Und dann haben wir gedacht okay, ich probier mit meinen... Ich breche jetzt mal mit meinem Mann so gewaltfrei in diesen Schritten und hab das natürlich auch ein bisschen überspitzt gemacht natürlich.

00:16:06: Das war sehr lustig weil er hat so nach meinen ersten zwei Versuchen zu einem Thema gesagt bitte hör auf!

00:16:11: Das macht mich aggressiv und da musste ich so lachen dabei.

00:16:17: Weil Menschen eben unterschiedlich sind was für den einen eine Vielleicht ein fühlsame Kommunikation ist es für den anderen, vielleicht um den heißen Preigerede dir.

00:16:26: Und ich möchte das überhaupt nicht bewerten weil da gibt's keine Bewertung sondern ich möchte damit sagen was dem einen was beim einen gut ankommt kommt eben beim anderen mich so gut an.

00:16:37: jeder von uns hat dass er seinen Filter

00:16:39: genau am Ende ist ja auch wie immer situationsabhängig wird her zu jemandem zum Beispiel in einem Krankenhaus anders sprechen, als wenn ich jetzt zu dir nach vorne ins Büro komme und sage du Sabine da nun.

00:16:52: Das kann ich ja auch gerade raus sprechen weil ich auch weiß, dass dir das lieber ist, wenn man nicht unbedingt um den heißen Breit rumredet.

00:17:00: Stimmt!

00:17:02: Ja, ich finde es lässt sich einfach immer besser fassen.

00:17:06: aber auch da eben genau jeder hat seine Brille auf der Nase in die gewisse Antennen Kann ich das jetzt so machen?

00:17:13: Kann ich es nicht so

00:17:14: machen?".

00:17:15: Und dann ist es eben Personen und auch einfach situationsabhängig auf jeden Fall.

00:17:20: Damit da kein falscher Eindruck entsteht, direkt heißt er nicht unhöflich.

00:17:23: Nein!

00:17:24: Das muss man ja einfach ganz deutlich sagen.

00:17:27: Ja.

00:17:28: Ich bin ja auch eine große Verfechterin wie wir alle wissen hier... Zum Beispiel ist wir hier.

00:17:33: Ich bin auch nicht so eine große Verfechterin von Sandwich Feedback, sondern ich glaube es ist schon ganz wichtig dass man Menschen situativ sagen können soll wenn mir etwas richtig gut gefällt und wenn ich sage du das bei sich die Präsentation hast du sehr originell super auf den Punkt gebracht gefällt mir richtig gut und wenn eben etwas mal nicht so richtig gutes muss ich auch sagen dürfen Das wünsche ich mir anders, weil ja.

00:17:57: Und insofern glaube ich auch das Tierrichte kann höflich sein und entscheidend ist aber am Ende des Tages immer das Ziel entscheidende?

00:18:08: Ist es mir gelungen mein Gegenüber überzeugend klingen die man so nach manipulieren oder überreden?

00:18:13: Das meine ich nicht!

00:18:14: Ist es mehr gelungen meinen Punkt gut rüber zu bringen?

00:18:17: Wenn wir merken dass uns das nicht so gut gelingt dann ist die ganz entscheidenden Frage okay Was nähere ich beim Gegenüber an?

00:18:26: Voreingenommenheit, dass das passiert?

00:18:29: Also was ... Das ist ja die Gegenfrage dazu.

00:18:32: Dass ich mich in der Reflexion eine Situation vor Augen führe und sage, was tu' ich denn, dass ich beim Gegend über so ankomme!

00:18:42: Welche Bayers nähere Ich mit meinem Auftreten oder mit meinem Tun?

00:18:46: Ja

00:18:47: Und dann kann ich es dann natürlich bewusst steuern und mir überlegen wie mache ich's dem besser?

00:18:52: Auf jeden Fall.

00:18:52: Ich glaube vor allen Dingen auch einfach dieser Punkt, dass man sich selber eben darüber bewusst ist, ah welche Beis es für Türe ich gerade sozusagen und auf der anderen Seite auch das ja auch wir nicht immer rational unterwegs sind und das eben von unserem Gegenüber dann ja auch nicht erwarten können weil was ich selber nicht an den Tag lege, das kann ich ja eben auch dann nicht plötzlich von wem anders über erwarten wenn ich dasselbe

00:19:20: nicht tue Weil es ganz interessant hast du gewusst, dass es sogar einen Ikea-Effekt gibt.

00:19:25: Also Ikea Effekt bedeutet das Menschen weil sie etwas selbst gemacht haben also den Schrank oder das Regal selber zusammengebaut haben, das lieber mögen als wenn sie nichts daran gemacht haben.

00:19:37: Das heißt Sie haben ein positiveres Gefühl zu einem Gegenstand oder so etwas wenn sich selbst und der Anführungszeichen Hand angelegt haben.

00:19:45: Das gilt im Garten genauso wie mit den Schränken, das heißt wenn wir Menschen mitmachen lassen, dann hat man ein besseres Gefühl und das haben wir ja auch ganz oft, wenn wir die Teilnehmenden involvieren statt konditionieren.

00:20:00: und deswegen ist es wichtig dass Menschen ein bessheres Gefühl haben zu einer Arbeit oder auch zu einem Thema wenn sie etwas selbst, wenn Sie selber mit angepackt haben.

00:20:11: Also in Sofern gibt es sogar ein Ikea-Effekt.

00:20:13: Verrückt!

00:20:13: Das finde ich sehr passend weil meine Ikea Küche habe ich selber aufgebaut und da bin ich sehr stolz drauf.

00:20:21: Du liebst es darin zu kochen?

00:20:22: Ja

00:20:22: genau der Ikea Effekt hat bei mir auf jeden Fall extrem

00:20:26: zugeschlagen.

00:20:27: Ich finde

00:20:28: das ist cool, Ikea Effect.

00:20:29: Das kann man sich auf jeden fall auch gut mehr ankommen.

00:20:32: Kommt man mit weit.

00:20:33: Gut ja

00:20:35: Ich würde sagen, dann kommen wir mit unserer heutigen Folge auch schon wieder zum Abschluss.

00:20:41: Wir können mitnehmen, wir entscheiden häufig selten komplett rational.

00:20:47: Wir bewerten Situationen sehr schnell, bilden uns erste Eindrücke und reagieren wahrscheinlich meistens emotional.

00:20:53: Manchmal schaltet es nicht eine Mail noch ein zweites Mal zu lesen oder die Antwort sich nochmal durch den Kopf gehen zu lassen bevor man dann in die Tasten hauscht.

00:21:02: Und dass eben sowohl in positiven als auch im negativen Sinn und eigentlich immer und überall, ob das jetzt bei der Arbeit ist oder eben auch privat.

00:21:13: Ich würde sagen wir wünschen euch jetzt wunderschöne Pfingsten!

00:21:17: Ein schönes Pfingstwochenende ein vielleicht langes Wochenende und bis bald.

00:21:22: Und wenn vielleicht ja jemand Zeit hat, über dieses Pingstwochenende die hundert-achtzig bis zweihundert bei ist es durchzulesen.

00:21:28: Die sind von Daniel Kahnemann und da gibt's eine ganz lange Liste also unglaublich vielseitig und das ist extrem spannend!

00:21:37: Wer weiß, wobei es Pings Wochenende wird total strahlend zornig glaube ich, da werden wir wahrscheinlich was anderes machen.

00:21:43: Also schönes Pings Wochende auch von mir!

00:21:45: Tschüss!

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