#48 Beständigkeit vs. Adaptivität - Die Gretchenfrage im Service?

Shownotes

Fortschritt beginnt nicht immer mit dem Neuen – manchmal mit der klugen Frage, was bleiben darf.

In dieser Folge sprechen Sabine Hübner und Ann-Kathrin Kerksiek über Beständigkeit, Adaptivität und die feine Kunst, beides im Service sinnvoll auszubalancieren. Es geht um Routinen, die Sicherheit geben, Veränderungen, die Kundinnen und Kunden manchmal überfordern – und um Service-Kontaktpunkte, an denen Menschlichkeit, Tempo und Komfort neu verhandelt werden.

Spoiler: Nicht jede Veränderung ist automatisch besser. Und nicht alles, was bleibt, ist automatisch von gestern. Manchmal ist der eigentliche Fortschritt, bewusst zu entscheiden: Was darf bleiben? Was darf gehen? Und was sollte anders werden?

🎙️ Diese Episode ist für alle, die Kundenerlebnisse weiterentwickeln wollen, ohne dabei das zu verlieren, was Menschen wirklich schätzen – in Prozessen, Begegnungen, Ritualen und digitalen Lösungen.

Darum geht’s in dieser Episode:

⚖️ Beständigkeit vs. Adaptivität: Warum Menschen Stabilität lieben – und sich gleichzeitig wünschen, dass Dinge leichter, moderner und passender werden.

↩️ Zurück als Fortschritt: Weshalb es klug sein kann, Veränderungen wieder zurückzunehmen, wenn sie für Kundinnen und Kunden keinen echten Mehrwert schaffen.

☕ Wahlfreiheit im Service: Was das Beispiel Nespresso zeigt – und warum Automatisierung, Beratung und menschliche Begegnung nicht gegeneinander ausgespielt werden müssen.

🤝 Echtmensch-Momente mit Mehrwert: Wann persönliche Begegnung begeistert – und wann sie durch Wartezeit, Umständlichkeit oder fehlende Unterstützung zum Schmerzpunkt wird.

🛒 Technologie braucht Haltung: Wie Self-Checkout, automatische Kassensysteme und digitale Kontaktpunkte erst dann stark werden, wenn Menschen sie souverän, freundlich und serviceorientiert begleiten.

🌿 Rituale bewahren, Lösungen anpassen: Was ein Ayurveda-Aufenthalt darüber verrät, wo Beständigkeit Teil des Erlebnisses ist – und wo digitale Unterstützung das Kundenerlebnis sinnvoll erweitern kann.

📱 Digital Detox & digitale Begleitung: Warum analoge Ruhe wohltuend sein kann – und warum Kundinnen und Kunden an manchen Stellen trotzdem smarte Unterstützung erwarten.

🧩 Bedürfnisse als Kompass: Warum Veränderung nicht beim Trend beginnen sollte, sondern bei der Frage, welches Kundenbedürfnis stabil bleibt – und welche Lösung heute besser dazu passt.

🪜 Maslow im Service: Wie Bedürfnisse, Sicherheit, Zugehörigkeit und Selbstverwirklichung helfen können, Veränderungen aus Kundensicht besser einzuordnen.

💡 Ein Gedanke, der hängen bleibt:

„Beständigkeit sollte bei den Bedürfnissen liegen – Adaptivität bei der Lösung.“

🎧 Hör rein, wenn du wissen willst, warum Fortschritt im Service nicht heißt, alles neu zu machen – sondern genauer zu entscheiden, was bleiben, was gehen und was anders werden darf.

Transkript anzeigen

00:00:00: Und oft zieht man das schon am Schaufenster, wenn etwas nicht mehr mitwächst im Handel zum Beispiel.

00:00:06: Es ist nicht überraschend – ich habe sehr oft recht und wochen oder Monate spätestes Unternehmen nicht mehr da, weil man eben den Eindruck hat es ist nicht mitgegangen mit der Zeit und dann trifft es natürlich auch nicht den Zeitgeist und die Gewohnheiten der Kundinnen und Kunden.

00:00:21: Deswegen brauchen wir immer beides uns zu fragen was soll bleiben?

00:00:27: Was soll gehen?

00:00:28: Und was soll anders werden?

00:00:47: immer ihr gerade seid.

00:00:48: Wir haben heute ein Thema mitgebracht, das ihr bestimmt auch von euch selbst kennt.

00:00:53: Denn auf der einen Seite sehen wir uns häufig nach Beständigkeit und auf der anderen Seite passen wir uns immer wieder an neue Situationen an – manchmal freiwillig, manchmal dürfen oder müssen wir aber es passiert immer wieder!

00:01:06: Sabine was glaubst du?

00:01:07: Woran liegt das?

00:01:08: Wieso wünschen wir uns Stabilität um gleichzeitig auch permanente Verbesserung?

00:01:13: Ja, Stabilitäts… gibt uns ein gutes Gefühl, denn da sind Dinge gelernt.

00:01:18: Wir wissen wie sie gehen.

00:01:19: das macht uns das Leben einfacher entlastet auch unser Gehirn.

00:01:23: wir müssen nicht so viel nachdenken und es ist natürlich komfortabel.

00:01:26: Und auf der anderen Seite entwickelt sich unsere Welt immer weiter unsere Arbeitswelt durch Technologien entwickeln sich unsere Kontaktpunkte.

00:01:35: jetzt wenn man meinen beruflichen Kontext bleiben mit Unternehmen permanent weiter und dort wachsen wir natürlich auch mit und wünschen uns dass es dass sich dort Dinge positiv verändern.

00:01:49: Und ich beobachte das häufig, wenn man, wenn ich irgendwo ein Schaufenster schaue oder Unternehmern beobachte dann denke ich mir manchmal Puh!

00:01:56: Das ist aber irgendwie auch ganz schön gestrich und dann denk ich mir auf meine Güte jetzt bin ich gespannt wie lange es dieses Unternehmen noch gibt und oft zieht man das schon am Schaufenstab, wenn etwas nicht mehr mitwächst im Handeln zum Beispiel.

00:02:09: Es ist nicht überraschend.

00:02:11: Ich habe sehr oft recht und im Wochen oder Monate spätestes Unternehmen nicht mehr da, weil man eben den Eindruck hat es ist nicht mitgegangen mit der Zeit und dann trifft das natürlich auch nicht dem Zeitgeist und die Gewohnheiten der Kundinnen und Kunden.

00:02:25: Und deswegen brauchen wir immer beides uns zu fragen was soll bleiben?

00:02:30: Was soll gehen und was soll anders werden.

00:02:35: Auf jeden Fall wenn ich jetzt mal so zurück Denkst, hast du das schon mal erlebt?

00:02:40: Dass sich jemand die Frage oder ein Unternehmen die Frage gestellt hat von was darf bleiben, was darf gehen.

00:02:45: Was soll anders werden?

00:02:46: und dann haben sie es anders gemacht und vielleicht festgestellt Das war gut aber das ist nicht das was wir wollen oder das hat nicht so funktioniert wie wir dachten und sind dann im positiven vielleicht auch einen Schritt wieder zurückgegangen.

00:02:58: Das ist ja per se auch was Positives.

00:02:59: Wenn man merkt, man hat etwas verändert und das kommt beim Kunden nicht an dann wäre es ja komplett unvernünftig, das so zu lassen denn am Ende des Tages sagt mal so schön muss der Köder den Fisch schmecken und dich dem anglerben.

00:03:11: also insofern ist das glaube ich immer eine gute Entscheidung wenn man sagt dass immer ein Irrtum aufgelegen.

00:03:16: da gehen wir nochmal einen Schritt zurück.

00:03:17: das ich persönlich aktuell erlebe bin ja privaten Espresso-Kundin und irgendwann vor Monaten bin ich hier in Düsseldorf in die neue Nespresso-Botik reingegangen und habe festgestellt, dass es diese Automaten bei denen man sozusagen vollkommen autonomen Kaffeestangen kaufen konnte.

00:03:34: Dass es diese Automaten nicht mehr gibt und das man sich wieder so wie früher am Schalter oder an der Theke anstellt um eben fünf oder zehn Stangen oder whatever Kaffee zu kaufen.

00:03:46: Und als ich da reinkam waren da ziemlich viele Leute drin und ich hab mir gedacht ach du meine Güte soll ich mich dann noch anstellen?

00:03:52: und bin ganz ehrlich gesagt wieder raus gegangen weil mir das zu lange gedauert hat.

00:03:55: Ich bin ja auch ein bisschen ungeduldig.

00:03:57: Manchmal hat man das zu lange gedauert und ich habe es dann auch nachgelesen.

00:04:00: Ich habe auch mal einen Mitarbeiter dort gesprochen und gesagt, warum haben sie denn diese Drücklinge gemacht?

00:04:05: Die Automaten waren so bequem.

00:04:06: Das ging so schnell und war so einfach!

00:04:08: Und dann hat er gesagt ja wir investieren in ein neues Boutique-Erlebnis.

00:04:13: Es geht mehr um Beratung, um Kaffeexpertise und soll wieder mehr menschliche Begegnungen gehen und nicht um maximale Automatisierung.

00:04:21: und deswegen haben wir das wieder geändert.

00:04:26: Auch gesagt, kommt ganz unterschiedlich an und ich glaube es gibt viele Kunden die das vielleicht schön finden.

00:04:31: Ich persönlich fand's schon die Wahl zu haben ob ich automatisiert kaufen möchte oder ob ich die Kaffeexpertise an der Thecke nutzen möchte.

00:04:40: Und jetzt werfe ich immer im Blick rein.

00:04:42: ist eigentlich bestell überhaupt online oder ich werfe einen Blick rein?

00:04:44: wieviel Leute stehen drin?

00:04:46: Und entweder ich gehe dann rein oder gehe gar nicht erst rein.

00:04:48: also da kann man sich die Frage stellen hat man damit jetzt allen Kunden etwas Gutes getan?

00:04:56: Ich finde, du als ... ich nenne dich mal echt Mensch-Mensch.

00:05:00: Weil wir immer am die Echtmenschbegegnungen abzielst bist ja eigentlich wirklich die Person dir diesen persönlichen Kontakt gerade sehr schätzt.

00:05:09: Deswegen meinst du diese Menschlichkeit oder diese Echtmenschmomente können auch, ich sag mal, unpraktisch werden?

00:05:17: Oder ist es dann wirklich situationspezifisch und auch von Person zu Person abhängig?

00:05:23: Naja, weißt du wenn man zum Beispiel eine Kasse hat oder auch andere Kontaktpunkte die Kunden haben.

00:05:27: Per se schätzen viele Menschen übrigens eine Kassel an der ein Mensch sitzt ja?

00:05:32: Wenn allerdings an der Kasse ne lange Schlange ist dann schätzt man das natürlich nicht denn kein Mensch wartet.

00:05:38: Die meisten Menschen warten nicht gerne zumindest nicht an Kassen und Und dann sticht die Geschwindigkeit manchmal vielleicht die menschliche Begegnung aus.

00:05:48: Im Idealfall wäre es natürlich so, dass man einen Menschen hat und nicht allzu lange wartet.

00:05:53: Dann käme natürlich beide Welten gut zusammen.

00:05:57: Insofern ist immer die Frage wird mit der Echt-Mensch-Begegnung ein Schwerzpunkt erzeugt?

00:06:05: dann ist das natürlich nicht sinnvoll.

00:06:07: Wenn die echt Menschbegegnung eine Mehrwirtschaft, ist es natürlich mehr als sinnvoll und absolut erwünscht.

00:06:13: Und das muss man natürlich immer ganz genau anschauen.

00:06:15: Stimmt!

00:06:16: Ich finde das immer ganz spannend wenn man sich diese Rewe-Kassen anschaut weil da hat man ja sozusagen beide Systeme die parallel laufen.

00:06:24: Man kann sich entweder an die normale Kasse stellen oder man scant es eben selber und ich beobachte dass bei mir sehr häufig Ich nenne sie jetzt mal echt Menschkassen.

00:06:37: Einmal begutachte und schaue, wie viele Menschen stehen da denn?

00:06:41: Und habe ich da Lust drauf?

00:06:42: Der zweite Faktor ist immer haben die einen Einkaufswagen oder haben die nur ein Korb?

00:06:47: Wie gefüllt ist der?

00:06:49: Weil meistens stehen ja an den Selbstscanner-Kassen nur die Menschen, die so drei, vier Teile holen – zwei Liter Milch oder vier Äpfel!

00:06:58: Ich erwische mich sehr häufig dabei, dass ich mit den Kinnäten gar keine Lust habe, mich an dieser Echtmenschkasse anzustellen.

00:07:04: Ich scanne das eben schnell selber und dann bin ich ja schnell hier wieder raus.

00:07:08: Und ich erlebe aber da sehr häufig, dass die Menschen es immer noch einer dabei, der einen im Nudfall helfen kann, falls man jetzt die Avocado nicht findet.

00:07:17: Und manchmal hab ich das Gefühl, dass sie nicht dieses Bewusstsein haben, dass Sie theoretisch dieses ... diese Echtmensch-Begegnung schaffen könnten.

00:07:28: Weil im Großteil, das ist jetzt sehr über den Daumen geschlagen und ich möchte auch niemanden zu sehr damit einschließen, finde die Menschen da eher unfreundlich und sie hetzen einen eher so dadurch und ich bin so jemand... Ich mache das dann gerne mit Ruhe weil ich möchte nichts vergessen, ich möchte ungern eine Avocado klauen!

00:07:48: Und das finde ich da dann immer ganz spannend, weil theoretisch sind ja diese nicht Echt-Mensch-Kassen am Ende trotzdem mit so einer persönlichen Begegnung oder man könnte eine persönliche Begehnung haben, wenn man das wollen, Würger.

00:08:03: Oder es sie eben braucht.

00:08:05: Da lade ich dich mal ein in den Markt, da bei mir um die Ecke ist und die machen so einen Versuch.

00:08:08: Das kennst du gar nichts mehr, sondern stellst dir einfach nur dein Korb hin und das System erkennt vollkommen selbstständig was da drin ist.

00:08:15: Und da ist ein Mitarbeiter – wenn der da ist freue ich mich immer schon!

00:08:18: Der Managed, das sind glaube ich sieben oder acht dieser Kassenstationen.

00:08:23: Der Manage das mit so einer Souveränität und auch mit so einem Witz auf den Lippen, dass man echt sagt der hat sich bei mir schon als Mensch, als Mitarbeiter eingebrägt weil er eine unglaubliche Präsenz und auch eine unglaublichen Hingabe für seine Arbeit ausstrahlt und das vollkommen recht.

00:08:42: Manche wirken eher so wie Kontrolleure ja?

00:08:46: Und andere sehen es also Und wenn das gelingt, dass man sagt ja ich bin jetzt hier.

00:08:52: der Echtmenschkontakt, der menschliche Service-Kontaktpunkt in diesem Kundenerlebnis.

00:08:57: Dann hat man ja alles und vieles richtig gemacht.

00:09:00: also insofern das war lange viele Jahre auch bei Fluggesellschaften so als die QuickCheck ins noch nicht zur Gang und gäbe waren und die Menschen da unsicher waren.

00:09:09: oder aktuell ja auch wenn wir selber das Gepäck aufgibt dann sind natürlich diese Kontaktpunkte die man dort mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat wie einen unterstützen und supporten und einem helfen das richtig um schnell und gut zu machen.

00:09:21: Die können aus so einem Kontaktpunkt etwas im wirklich kleinen Baumoment schaffen, je nachdem wie sie das tun.

00:09:28: Und da ist der Vollkommen recht?

00:09:29: Das ist dann der Echtmensch-Kontakt von morgen vielleicht an vielen Stellen.

00:09:34: Ja

00:09:35: auf jeden Fall!

00:09:35: Ich finde es auch immer schön dass ja diese persönliche Interaktion eigentlich einmal diesen Mehrwert mitgibt, auf dem man ja überhaupt nicht wartet.

00:09:44: Das ist ja meistens was...was man?

00:09:47: Also ich gehe ja zur Kasse, möchte meine Sachen einkaufen und dann gehe ich wieder nach Hause.

00:09:50: Und da finde ich es immer so ein schönes Zykali was man da noch mit auf den Weg bekommt dass eben diese persönliche Interaktion einen vielleicht auch nochmal dazu überzeugt öfter an die Echtmensch-Kassen zu gehen oder doch nochmal zu den Mitarbeitenden zu gehen und doch nochmal etwas zu fragen statt sich zu denken Ja gut das mache jetzt online oder das ist Google-lich oder ich frag ChatGPT

00:10:15: Ja.

00:10:15: Und das ist ja die ganz entscheidende Frage, die sich hier sicherlich aktuell glaube ich jedes Unternehmen stellt.

00:10:24: Wo behalten wir Dinge und wo verändern wir Dinge?

00:10:30: Weil man kann ja auch mit Veränderungen manchmal den Kunden überfordern – zumindest wenn man nicht unterstützt in diesem Veränderungsprozess.

00:10:38: Ich war jetzt ja vor ein paar Wochen in einer IOW-Dokur Und das war ein sehr schönes Hotel, in dem es dieses Angebot gab.

00:10:50: Es waren auch nur Ayurveda-Gäste da – so eine kleine eingefleischte Gemeinde, die diese Behandlungen und Kuren mitgemacht hat.

00:11:01: Das war ganz interessant!

00:11:05: Früher öfter mal ähnliche Dinge in Asien gemacht, da hat man so eine ganz andere Atmosphäre.

00:11:10: und jetzt habe ich das erste Mal in meinem Leben mit hier bei uns gemacht.

00:11:14: Und ich kam da rein und dann war es sehr gediegen und alle siezten sich – und es war ein bisschen distanziert am Beginn schon freundlicher oder herzlicher, weil man das ja alleine die Anrede und das eine oder andere gar nicht mehr so richtig gewöhnt ist.

00:11:33: Und zuerst habe ich da ein bisschen damit gefremdelt, sage ich so ganz offen.

00:11:37: Weil ich gerade in so einer Situation schon... Man braucht ja schnell einen Wohlgefühl und deswegen sind ja die ersten Momente da sehr wichtig.

00:11:49: Am Ende ist mir der neue oder vierzehn Tage da.

00:11:52: Fühle mich da wohl.

00:11:53: Das gehört ja das rundherum Paket mit dazu.

00:11:57: Da haben wir viel darüber diskutiert auch Wir Gäste untereinander, wir hatten so einen Mini-Community-Table gebaut.

00:12:06: Das war zuerst jeder solch ein Einzeltisch gesessen und das haben wir aber sehr schnell, da habe ich das mit zwei anderen Damen, haben wir das sehr schnell geändert und haben da so einen spannenden Community-Tabel gehabt mit einer, sage jetzt mal Kollegen ja?

00:12:19: Weil wir saßen alle im gleichen Boot aus der Schweiz und dann aus Frankfurt und ich und später kam noch eine Schweizerin dazu und noch in Belgier und es war sehr ... Ende war das eine sehr hunde Runde, in der wir da waren gesagt, da fremdelt man am Anfang so ein bisschen und wenn man dann näher eintaucht und ein paar Tage da ist, dann spürt man auch noch mehr diese Herzlichkeit.

00:12:40: Und da haben wir uns auch gefragt ja das ist ja ganz wichtig bei dem Konzept dass seit dreißig Jahren dort schon sehr erfolgreich gemacht wird und umgesetzt wird was soll bleiben damit es noch authentisch ist?

00:12:53: Damit's echtes!

00:12:56: Ursprüngliche Erlebnis ist auch gesundheitlich, muss man ja auch so sehen und von der Erholung was es eben sein soll.

00:13:02: Und wo verändern sich die Menschen auch in ihrer Art, in ihrer Tonalität?

00:13:08: Auch was das Thema Digitalisierung betrifft.

00:13:11: Wo müssen wir uns dort vielleicht anpassen?

00:13:12: Weil ein Teil der Kurwa z.B.

00:13:15: totaler Digital Detox – also es war komplett unerwünscht, also Handy ist beim Essen oder überhaupt in irgendwelchen öffentlichen Bereichen – war extrem uner wünscht und ich finde ... Ich bin auf einer der Gründe, warum ich hingegangen bin, nicht der Einzige!

00:13:29: Und ich fand das extrem wohltuend.

00:13:31: Auf der anderen Seite kann ich sagen, bei der Nachbetreuung oder man kriegt ja dann immer ein Programm mit und was man auch nach dieser Kur noch machen kann.

00:13:41: Da hätte ich mehr Digitalisierung gewünscht denn mein Leben ist am Ende des Tages durch sehr bestimmt von Smartphone und Co.

00:13:53: Und da hätte mir mehr gewünscht dass Technologie schon mehr eingebaut wird in das Konzept.

00:13:59: also Dort mehr Adaptivität und auf der anderen Seite aber auch Beständigkeit in manchen Dingen.

00:14:05: Und das immer herauszufiltern, wo wünschen sich die Kunden, dass Dinge so bleiben weil man sie als Ritual liebt?

00:14:12: Und wo wünschten Sie sich Veränderung, weil manche Dinge aus der Zeit gefallen sind?

00:14:18: Das ist die große Herausforderung.

00:14:20: Ja, auf jeden Fall vor allen Dingen was ich so interessant an deinem... Ayurveda-Beispiel fand, du hattest erzählt, dass diese ganze Anmeldung ja online ablief und es war total adaptiv.

00:14:30: Man hat dann Link bekommen und man hatte immer diesen einen Chat über den man irgendwie sich ausgetauscht hat.

00:14:36: Und zwar, ich sag mal ähnlich wie eine Mail nur in Hübsch und ohne dass das Kreuz ungefähr irgendwo verteilt ist sondern halt alle wichtigen Infos an einem Ort.

00:14:46: Und trotzdem bist du am Ende mit einer, ich sage mal Blättersammlung nach Hause gekommen?

00:14:52: Ja!

00:14:53: wo ja dann wirklich diese Adaptivität irgendwie nicht mehr da war, weil sie sind ja gut gestartet.

00:14:59: Du hast auch erzählt, dass die so ein paar ... Beispiele für Abwesenheitsnotizen mitgegeben haben, was ja vom Gedanken her total spannend ist.

00:15:11: Weil sie sagen okay du kommst oder die Menschen die dahin kommen sind natürlich alle in einem Arbeitskontext wo man die Menschen drumherum informieren muss.

00:15:20: ich bin nicht da und so Detox heißt Ich melde mich auch erstmal nicht da dann überhaupt diesen Schritt zu gehen und soweit zu denken, ah ja wir sind hier in dem digitalen Zeitalter geben mir denen das doch mal mit ist ein bisschen finde ich dieses Zöckerli was ich vorhin angesprochen habe.

00:15:39: Und auf der anderen Seite dann aber eine Blättersammlung mitzugeben die einen eigentlicher schon tagtäglich begleitet und im schlechtesten Fall aber schon nach zwei Wochen irgendwie ein bisschen zerfleddert je nachdem wie viel man unterwegs ist bei dir es ja dann schon dass sich das teilweise hilft dann finde ich dieser Unterschied schon einfach auch sehr spannend, wie man damit umgehen kann.

00:16:03: Absolut, ich habe das in unseren Zuhörern zu erklären.

00:16:07: Wir haben vorfällig eine Bestätigung bekommen für diesen Aufenthalt und mit der Bestätigenung wurden sehr viele sinnvolle Dinge uns mitgegeben und eben unter anderem Textvorschläge für die Abwesenheit zum Tiz.

00:16:17: Und das fand ich sehr aus, dass sich des Gastes gedacht und eine wirklich gute Idee im medizinischen Bereich in der Nachhaltigkeit war.

00:16:25: Wie du eben schon sagst ist eher so eine Blätter-Sammlung.

00:16:27: Die trage ich jeden Tag jetzt hier mit mir herum Hätte ich mir gewünscht, dass das eben so innovativ wäre wie der Beginn der Reise.

00:16:35: Und trotzdem war es ein sehr schöner Aufenthalt und ich würde den auch wiederholen.

00:16:39: Aber natürlich wenn man sich mit diesen Themen jeden Tag beruflich auseinandersetzt dann beobachtet man solche Kontaktpunkte und solche Schnittstellen ganz anders als vielleicht der unter Anführungszeichen normale Gast.

00:16:53: Auf jeden Fall!

00:16:54: Ich würde gerne nochmal denen... Bogen zu unserem Anfang zurück spannen, wir hatten diese Frage nach Stabilität und gleichzeitig permanente Verbesserung.

00:17:06: Und ich kann mich noch zurück erinnern dass wir beide irgendwann mal nebeneinander saßen und du gesagt hast, nee ich verstehe nicht warum die bei Apple diese Suchleiste jetzt

00:17:15: nach

00:17:16: unten gemacht haben!

00:17:17: Die war doch immer oben.

00:17:19: Ich tipp immer oben hin und dann ist da nie dieses Suchfeld, weil es nach unten ist.

00:17:23: Dieses Update ist natürlich schon einige Wochen her, wenn nicht sogar Monate!

00:17:28: Und trotzdem... ich spreche jetzt mal nur für mich.

00:17:31: Erwische ich mich immer mal wieder, dass ich doch da oben hinklicke oder gucke und mir denke, da müsste jetzt diese Suchleiste sein, wieso isst sie da nicht?

00:17:40: Und ich finde das ist ja auch nochmal ein Punkt von Stabilität und gleichzeitig permanente Verbesserung bei Stabilitet wäre ja gewesen.

00:17:47: Es bleibt wie die letzten gefühlten zwanzig Jahre einfach oben und dann sind wir damit fein.

00:17:52: Wir können da einfach immer drauf klicken, wir können suchen was wir wollen und finden im besten Fall auch was sie wollen.

00:17:58: Und jetzt hat sich das aber geändert und hat uns irgendwie so ein bisschen vielleicht nicht in unseren Bedürfnissen aber in unseren Routinen und Gewohnheiten so'n bisschen erschüttert.

00:18:11: Oder Eischöld hat das vielleicht ein bisschen sehr groß gesprochen, aber irritiert auf jeden Fall.

00:18:15: Und das ist so nachhaltig dass wir immer noch mal drüber sprechen.

00:18:21: Meinst du es gibt eine Art Theorie oder irgendwas was uns dabei vielleicht auch unterstützt?

00:18:28: Dass wir sagen können woher nehme ich denn vielleicht auch eine Motivation etwas zu ändern oder was bringt mich denn da vorwärts?

00:18:36: Naja es gibt schon in unterschiedlichen Bereichen nicht nur Theorien, sondern auch Beobachtungen.

00:18:43: Wie sich Menschen bewegen zum Beispiel in einem Laden also wo wir auf einer Messe wie in welche Richtung gehen wir ja als erstes oder bevorzugt?

00:18:51: und es ist Wo bleiben wir stehen wenn man irgendwo reingehen?

00:18:54: kein Mensch bleibt der in der Tür stehen Sondern wir gehen immer erst mal durch eine Tür, das ist wie eine Atlantebahn.

00:19:01: Bevor wir das erste Mal stehen bleiben, egal ob wir in ein Firmengebäude reingehen oder in den Geschäft reingehend und einen Krankenhaus.

00:19:11: Das zu beachten... wie sich Menschen bewegen ist natürlich ganz extrem sinnvoll, weil alles was hinter der Landebahn sozusagen ist das sehen wir ja gar nicht.

00:19:20: Weil da sind wir ja direkt vorbeigegangen.

00:19:22: also es ist schon sehr wichtig dass ihr vielleicht nicht wisst in des was du gerade beschrieben hast.

00:19:26: mir geht's ja auch immer noch so mit der Suchfunktion bei Apple dass ich immer wieder mich ertappe dass ich oben gucke und dann nix ist.

00:19:33: und das gibt es natürlich im vielen Bereichen und da gibt auch viele Untersuchungen dazu und auch Theorien dazu Und man könnte vielleicht auch die gute alte masslofsche Pyramide da noch mal mit hernehmen.

00:19:49: Nämlich das, die wahrscheinlich viele kennen hier von unseren Zuhörern.

00:19:56: Denn am ersten Masslof hat es ja sehr schön auf den Punkt gebracht und er gesagt, dass erstes geht's um physiologische Bedürfnisse dann gehts um Sicherheitsmotive Dann kommen die sozialen Motive, dann kommt der Selbstwert ganz oben wenn alles unten was ich schon genannt habe erfüllt ist dann geht zum selbst Verwirklichung, ja.

00:20:13: Das ist vielleicht das was wir auch jetzt oft haben dass wir sehr viele Motive und Bedürfnisse haben die eben erfüllt sind und deswegen geht es an vielen Stellen zunehmend um Selbstverwirklichungen.

00:20:23: und wenn man das so betrachtet dann kann man sagen naja man könnte diese bedürfnisse und diese Motive zugrunde legen und sagen wenn wir etwas verändern wo greifen wir denn ein?

00:20:33: Und ist es dann einen Nutzen für den Kunden?

00:20:36: oder ist es kein nutz'n pür den Kunden.

00:20:39: Also insofern könnte das, wenn man so eine Theorie damit reinbringen möchte, könnte man es auch mit der maßloschen Bedürfnispyramide erklären?

00:20:49: Ja auf jeden Fall!

00:20:51: Wenn wir bei den Bedürfenissen einmal noch bleiben... Ich hab schon ein bisschen her, habe ich was gelesen und das passt tatsächlich sehr gut.

00:20:59: Das fasst schon zu gut zum unserem heutigen Thema dafür dass ich das zufällig gelesen habe.

00:21:05: Ich bin gespannt was du dazu sagst.

00:21:07: Beständigkeit sollte bei den Bedürfnissen liegen, Adaptivität

00:21:13: bei der Lösung.

00:21:17: Ich fange mal mit dem zweiten an.

00:21:19: Adaptivitet in der Lösung ist ja auch unser Kanon.

00:21:24: Denn wir sagen immer natürlich braucht es exzellente Prozesse und gleichzeitig braucht es Freiraum für Lösungen wenn der Prozess auf den Kunden nicht passt.

00:21:38: Und das ist ja auch Adaptivität, dass ich mich eben adaptieren darf und kann – also insofern kann ich das sehr, sehr unterstreichen!

00:21:47: Und Beständigkeit im Bedürfnis, das stimmt glaube ich häufig.

00:21:53: Ich möchte bitte hinterfragen ob es immer stimmt denn wenn ich mich jetzt mal selber so anschaue und die Änderungen meinem Leben anschauen in den letzten zwanzig Jahren dann würde ich sagen, dass meine Bedürfnisse sich sehr verändert haben.

00:22:09: Also beständig waren sie nicht und aus meiner Sicht ist die Kunst immer wieder herauszufinden – das sollte vielleicht das Beständige sein -, dass wir immer wieder rausfinden welche Bedürfe Sie haben Menschen!

00:22:23: Wenn man das so meint, dass man sagt, das Beständige sollte sein, dass wir uns immer nach den Bedürfnissen richten oder immer wieder die Bedürbnisse hinterfragen und neu aufstellen dann kann ich mitgehen.

00:22:35: Ja!

00:22:36: So hätte ich es tatsächlich auch verstanden oder so hätte ich's mir zu Recht gelegt, dass we uns an unseren Bedürfinissen orientieren und sie vielleicht sogar adaptieren und die Lösungen davon vielleicht sogar die Beständigkeit sind ist jetzt ein bisschen herumgedreht nochmal Aber das finde ich, glaube ich für den Abschluss auf jeden Fall einen sehr schönen Gedanken.

00:22:56: Weil wir sind nämlich schon wieder am Ende unserer heutigen Folge und ich würde sagen Wir haben einige Dinge mitgenommen!

00:23:08: Wir haben eine Bedürfnispyramide gehört, wir haben viel über das Presso gesprochen generell über Stabilität, über Verbesserung, über Adaptivität und Beständigkeit Und wir freuen uns natürlich wie immer, wenn ihr auch eure Geschichten mit uns teilt oder eure Gedanken dazu.

00:23:26: Und ansonsten würde ich sagen vielen Dank fürs Zuhören und wir hören uns beim nächsten Mal mit einem neuen und spannenden Gast!

00:23:33: Ciao!

00:23:33: Tschüss.

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